dunstkreis-berlin http://dunstkreis-berlin.posterous.com Most recent posts at dunstkreis-berlin posterous.com Thu, 08 Mar 2012 11:09:00 -0800 Streikwarnung http://dunstkreis-berlin.posterous.com/streikwarnung http://dunstkreis-berlin.posterous.com/streikwarnung

Ich habe ja mal gehört, dass die Konsequenzen von Streiks verheerend sein können. Der Hamburger Hafenarbeiter Streik von 1896, endete zwar mit einer totalen Niederlage der Arbeitskämpfer, aber die Folgen waren spürbar. Oder das ein Streik derartige Veränderungen herbeiführt, dass selbst Jahrzehnte später noch filmisch darüber berichtet wird, wie der englische Bergarbeiterstreik von 1985 im Film "The Iron Lady". Manchmal wird man auch direkt mit den Auswirkungen eines Streiks konfrontiert, so wie damals, als wir in Rom die Müllberge herum liegen sahen.

Mit all diesem Wissen und all der Erfahrung muss ich vermuten, dass ein Streik niemanden gestört, behindert, verärgert oder eingeschränkt hat. Folgende Pressemitteilung sagt alles: "[...] am Morgen hatten laut der Gewerkschaft rund 30 Beschäftigte der Bäderbetriebe vor der Schwimmhalle in der Holzmarktstraße in Friedrichshain gestreikt. Zwei Schwimmbäder in Treptow und Köpenick mussten deshalb zeitweise geschlossen bleiben, wie ein Ver.di-Sprecher sagte."

Hier noch einmal die selbe Meldung. Die Marginalisierungen habe ich unterstrichen.

"[...] am Morgen hatten laut der Gewerkschaft rund 30 Beschäftigte der Bäderbetriebe vor der Schwimmhalle in der Holzmarktstraße in Friedrichshain gestreikt. Zwei Schwimmbäder in Treptow und Köpenick* mussten deshalb zeitweise geschlossen bleiben, wie ein Ver.di-Sprecher sagte." 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in allen Schwimmbädern nach dem Frühschwimmen, also ab 7:30, quasi nichts mehr los ist. Und wenn es eine Berufsgruppe im öffentlichen Dienst gibt, deren Fehlen unter Garantie niemanden auffällt, dann sind es die Schwimmhallewarte in Treptow und Köpenick. In diesem Sinne... Schuhe aus im Barfußbereich!

*Hier stellt sich die Frage, ob insgesamt vier, also je zwei in Treptow und Köpenick, oder insgesamt zwei Schwimmhallen gemeint sind. Wie dem auch sei, bei dem bekannten Umfang an Tätigkeiten eines Schwimmbadangestellten ist die Zahl von "rund" "30" "Beschäftigten" in jedem Fall überraschend groß.

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Sun, 04 Mar 2012 02:49:36 -0800 Eine Gretchenfrage http://dunstkreis-berlin.posterous.com/eine-gretchenfrage http://dunstkreis-berlin.posterous.com/eine-gretchenfrage Ich rede nicht oft und gern über Reiserouten und vermeide jede ausführlich Wegbeschreibung zu wiederholen, weil meine Aufmerksamkeit immer nur bis zur Ecke reicht. Aber bei einer Frage trumpfe ich stets groß auf. Bei der Frage nämlich, ob der Weg von Berlin nach Bremen nun über Hannover oder Hamburg günstiger ist. Unzählige selbsternannte Experten führen Unmengen von Gründen auf, warum entweder die eine oder die andere Route besser ist. Mal sind zwei mal drei Spuren besser. Mal die ein oder andere Baustelle ein Vor- oder Nachteil. Fakt ist, dass selbst die Bahn sich nicht sicher ist, welchen Weg sie nehmen soll. Ich war neulich mit dem Zug unterwegs und fuhr nach Bremen über Hannover, aber von Bremen über Hamburg. Das eigenlich spannende war, dass ich auf dem Hinweg 2:57h und zurück 3:03h reiste. Nun könnte man es sich leicht machen und sagen, dass man etwa drei Stunden unterwegs ist. Aber das widerstrebt zum Einem dem Wissenschaftler in mir und wäre zum Anderen auch keine erzählbare Geschichte. Also forschte ich und entwickelte unterschiedliche Theorien, warum dieser Zeitunterschied zu Stande kommt.
Die erste Möglichkeit klingt etwas weit hergeholt. Aber sie besagt, dass der Westwind an diesem Tag einfach geringer stark war als sonst. Die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten wurden aber für die Durchschnittswindstärken festgelegt und somit waren wir an diesem Tag schneller.
Die zweite Theorie legt die Überlegung zu Grunde, dass die Erde sich um die eigene Achse in östliche Richtung dreht. Weil nun Bremen weiter westlich liegt, kommt das Ziel einfach zusätzlich von selbst auf einen zu.
Der Dritte Vorschlag scheint mir als realistischster Ansatz. Weil der Norden des Landes weniger hoch über normal null liegt, war die Anreise eine bergab Fahrt und  auf der Rückfahrt ging es bergauf.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es egal ist, ob man über Hannover oder Hamburg fährt. Wichtig ist, dass man in Bremen landet. Lohnen tut es sich allemal.

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Thu, 23 Feb 2012 08:49:56 -0800 Reisen heißt warten http://dunstkreis-berlin.posterous.com/reisen-heisst-warten http://dunstkreis-berlin.posterous.com/reisen-heisst-warten Woran erkennt man den Status eines Geschäftsreisenden? Es muss mit der Wartezeit auf Flughäfen zusammenhängen. DAX-Vorständen fliegen im Firmenjet. Topmanager kommen gerade noch kurz vor Toreschluß. Mittleres Management kommt fast pünktlichn, was einfach ist, weil solange wild am Smartphone organisier und getrietzt wird, bis die Umbuchung doch gelingt. Das untere Management hat es am schwersten. Es kommt etwas zu früh und muss die verbleibene Zeit mit arbeiten verbringen. Und ich? Ich sitze heute vier Stunden auf dem Flughafen in Stuttgart. Umbuchen ist zu teuer und arbeiten muss ich nicht. Am Rande der Gesellschaft lebt es sich doch nicht schlecht...

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Sat, 18 Feb 2012 02:42:00 -0800 Personal- karussell http://dunstkreis-berlin.posterous.com/personalkarussel http://dunstkreis-berlin.posterous.com/personalkarussel

Hier mein Vorschlag zur Rettung der Welt durch Neuorganisation der Grundfesten menschlichen Zusammenlebens. Also Otto Rehagel verzichtet darauf, den Libero wieder in die Bundesliga einzuführen und wird zum überparteilichen Wunschkandidaten auf das Amt des Bundespräsidenten. Christian Wulff beendet eine Amtszeit voller Bestechlichkeiten und Vorteilsnahmen und fördert die Wiederkehr von Vertrauen und Integrität im Amt, indem er Sepp Platter ablöst und FIFA-Präsident wird. Seppel nutzt die freie Zeit für einen Lehrgang zum Bootsführer und wird Kapitän der Costa Concordia. Michael Skibbe moderiert Wetten dass...? und Markus Lanz wird Hertha Trainer. ZACK BOOM AUS. Fall erledigt. Muss ja ohnehin nur bis Mitte Dezember halten.

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Fri, 02 Dec 2011 05:22:47 -0800 Hörbefehl!!! http://dunstkreis-berlin.posterous.com/horbefehl-59391 http://dunstkreis-berlin.posterous.com/horbefehl-59391
Was für ein Ohrwurm!
 

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Mon, 28 Nov 2011 08:25:00 -0800 Horrormeldung http://dunstkreis-berlin.posterous.com/horrormeldung http://dunstkreis-berlin.posterous.com/horrormeldung

Inzwischen habe ich richtig Angst davor, die Nachrichten zu verfolgen. Finanzkrise, Wirtschaftskrise, drohender Bürgerkrieg in Nordafrika, Atomstreit mit dem Iran und die Nachfolge von Thomas Gottschalk lassen mich nachts kaum noch den verdienten Schlaf finden. Aber die Horrormeldung ereilte mich am Freitag als ich auf dem Heimweg war. Um euch die Gefühle die mich packten besser wiedergeben zu können, habe ich die Nachricht in mehrere Abschnitte geteilt und meine Gedanken dazu geschrieben:

 

 „[…] Berlin: Zum ersten mal in Deutschland, wurde heute ein sechs Kilogramm schweres Kind ohne Kaiserschnitt lebend geboren…“

 

 Scheiße! Sechs Kilo. Was hat denn die Geburt für Konsequenzen für die Mutter? Mir fällt gerade wieder das schöne Bild "Bifi in die Turmhalle werfen" ein.

 

 „… Die 40 jährige Mutter leidet an Diabetes und wiegt selbst über 240 Kilo…“

 

 Uargh! 40 Jahre und 240 Kilo? Wie kommt denn das Kind dann da rein. Irgendeiner muss ja auch den Wahl geklettert sein. Wer soll das den gewesen sein - Rubens höchst persönlich?

 

 „… Der kleine Djihad…“

 

 Ohne Worte!

 

 „… ist das 14 Kind der Mutter.“

 

 Ach du meine Nase. Na zum Glück kann ich annehmen, dass der „kleine“ Djihad und seine Brüder und Schwestern uns dabei helfen, den Konsum zu steigern und nachhaltig das Problem der Überproduktion in der Landwirtschaft zu lösen.

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Thu, 17 Nov 2011 05:09:47 -0800 Separated at birth http://dunstkreis-berlin.posterous.com/separated-at-birth http://dunstkreis-berlin.posterous.com/separated-at-birth
 
Mumford and Sons (2010)
 
Elitesoldaten
 
Special Air Serivce - SAS (1941)
 
 

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Mon, 14 Nov 2011 13:49:00 -0800 Samstags zu IKEA http://dunstkreis-berlin.posterous.com/samstags-zu-ikea http://dunstkreis-berlin.posterous.com/samstags-zu-ikea

Wir(!) und ihre(!) Mama waren am Samstag bei IKEA. Eigentlich gibt es ja nichts dümmeres, als an einem Samstag zu IKEA zu fahren, aber wir wollten, wie immer, nur schnell was gucken und eigentlich gar nichts kaufen außer eins, zwei Duftkerzen. Jedoch lernten wir, dass der schwedische Verkaufsgenius sich immer neue und noch perfidere Tricks einfallen lässt, um einem das Geld aus der Tasche zu ziehen und dabei auch noch ein gutes Gefühl gibt. Mit anderen Worten – ich liebe IKEA.

 

Es hat mich eine Weile gekostet, um mich daran zu gewöhnen, dass ich hier geduzt werde. Aber sie(!) erinnerte mich daran, dass es in unserem geliebten Schweden nun mal so üblich ist und ich, als selbsternannter Südschwede, müsste das eigentlich akzeptieren können. Bei meiner Fischkoppehre gepackt, würge ich nun jedes Mal meinen Unmut über die Duzerei herunter und freue mich – Hej och vramt välkommen till IKEA. Nach einer Weile schaltete ich, wie immer, auch letzten Samstag in den IKEA-Familiy Card Modus und packte, entgegen aller Vorsätze, Dinge in unseren Wagen, die eigentlich nicht gebraucht wurden, wie zum Beispiel Sparka

 

Als wir uns fast am Ende des Rundgangs befanden, zerstörte eine Durchsage unsere heile Einkaufswelt. „Der kleine Eddie, 4 Jahre, wird gesucht. Er trägt einen gestreiften Pullover und eine grüne Mütze. Seine Eltern befinden sich vorm Småland.“ Für einen kurzen Moment hörte die Welt sich auf zu drehen. Allen Menschen die auch nur einen Hauch Empathie haben, schossen die Tränen in die Augen. Es war, als zerreiße die blechende Stimme, die aus der Lautsprecheranlage krächzte, jedem Besucher vom Bettenparadies bis Elga-Regal-Lagerregal (fast ein doppeltes Palindrom) das Herz. Verstört begann ich über den Sinn und Unsinn meines Lebens zu sinnen und fragte mich, wie es sein kann, dass ich mal wieder über den Kauf eines neuen Schreibtisches nachdenke, wenn der kleine Eddie elternlos durch das endlose Labyrinth der Konsumhölle irrte. „Ich wiederhole, der kleine Eddie befindet sich vorm Småland und sucht seine Eltern. Er trägt einen gestreiften Pullover und eine Mütze in grün.“ Erste Zweifel kamen in mir auf. Wer steht denn nun vorm Småland, Eddie oder seine Eltern oder vielleicht beide? Die Menschen um mich herum schienen den ersten Schock überwunden zu haben. Tatendrang machte sich breit. Nur mit Mühe konnte ich meine beiden Begleiterinnen davon abhalten, alle Billyregal aufzubauen. Sie wollten sicherstellen, dass Eddie nicht in einer der Kisten hockte und weinend auf sein Ende wartet.

 

Fakt war, dass die Stimmung sich wandelte. Ernsthaftigkeit machte sich breit und ich erlebte ein Zusammenwachsen, wie ich es zum letzten Mal bei der großen Oderflut empfunden hatte. Bürgerwehren wurden aufgestellt, Verdächtige verprügelt und ein Blick auf den Parkplatz verriet mir, dass erste Verkäufer begannen, die Fluchtwege vom Parkplatz mit brennenden Autos zu verbarrikadieren.

 

Kurz bevor ein unsympathisch angezogener Mann erschossen werden sollte, krächzte es erneut aus den Lautsprechern. „Liebe Kunden. Der kleine Eddie ist wieder bei seinen Eltern und wohlauf. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.“ Was nun folgte, war mit Worten nicht zu beschreiben. Weil ich damals für eine Kunstleistungskontrolle lernte, war ich zwar selbst nicht dabei, aber so muss der 9.November 1989 gewesen sein. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen und warfen ihre Kleider ab. Statt Sekt wurden Kalle-Ersatzkaviarduschen angezettelt. Die Menschen verfielen in einen Rausch der Glückseligkeit. Etwas befremdet zog ich mich in den Bereich der Töpfe und Bestecke zurück – hier ist es immer etwas leerer als bei den Kerzen – und beobachtete, wie die Menschen voller Freunde und Glück total sinnentleert unnützes Zeug in ihre Wagen warfen. Zwar tun Menschen das oft bei IKEA, aber so schlimm wie heute war es noch nie. Schnell wurde mir klar, dass es diesen Eddie nie gegeben hatte. Zu offensichtlich waren die Anzeichen, dass alles nur eine Psychomasche war, um Menschen durch ein Wechselbad der Gefühle in einen Kaufrausch zu versetzen. Die Verwechslung der Personen vorm Småland, der Name Eddie und vor allem die grüne Mütze – wie soll das den aussehen? Das konnte nicht wahr sei.

 

Ich packte die beiden Damen, rannte zur Selbstbedienlaserkasse, stritt kurz mir ihr(!), wer den Scanner bedient, zahlte Sparka, die Kerzen, die Teelichter, die Plastikbecher, den Tritthocker Bikväm – falls mal was ist – und die beiden Rahmen mit dem New York Bildern und verschwand zum Kuchenessen bei Opa Egon.

 

Nie wieder werde ich zu IKEA gehen und mich einer derartigen Gehirnwäsche aussetzen. Nie wieder – bis die Duftkerzen verbraucht sind. Dann muss ich aber. Aber nur wegen der Kerzen. Und vielleicht um schnell mal was zu gucken.

 

 

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Thu, 10 Nov 2011 05:07:00 -0800 Hektik und Krach http://dunstkreis-berlin.posterous.com/r http://dunstkreis-berlin.posterous.com/r

Verrückt! Bei H&K sollen dolose Handlungen dazu geführt haben, dass in Mexiko der Drogenkrieg tausende Opfer fordert und in Libyen mit G36s gegen die NATO-Kräfte... ups sorry... gegen einheimische Revolutionäre gekämpft wird. So läuft der Laden eben, man verkauft entweder in Staaten über Beamte die von Drogenbossen und Dispoten geschmiert werden oder am wird selbst geschmiert. Das ist nicht schön, aber in dieser Welt dürfte wohl nicht nur bei H&K so verfahren werden. Ich hoffe in anderen Ländern ist das Rechtsempfingen ähnlich wie bei uns. Denn ob Menschen nun mit einer MP5 und AK47 erschossen werden ist am Ende auch egal. Aber dem Spiegel hätte ich auch noch zugetraut, der Meldung mehr Würze zu geben. Zum Beispiel durch den Abschlusssatz "Bei der Durchsuchung stellt die Polizei außerdem noch unzählige Schusswaffen sicher."

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Mon, 07 Nov 2011 05:28:00 -0800 The Kooks (05.11.11 Columbiahalle) http://dunstkreis-berlin.posterous.com/the-kooks-051111-columbiahalle http://dunstkreis-berlin.posterous.com/the-kooks-051111-columbiahalle

Als ich neulich in der Koka36 mal wieder Tickets kaufte, bemerkte der Mann hinterm Tresen zweierlei. Es müsse sich beim Bombay Bicycle Club zwangläufig um eine jener arrogant-ignoranten englischen Bands handeln, weil im Rest der Welt bereits angekommen sei, dass die Stadt inzwischen Mumbai heißt. Zweitens sei der Auftritt am 22.11. im C-Club wohl die letzte Gelegenheit sich diese Band anzusehen, denn spätestens nach einem Auftritt im der Columbia-Halle wäre auch diese gute Band an den Mainstream verloren. Ich freute mich über diese ehrliche Auskunft, überlegte kurz, ob sie in meinem Fall geschäftsschädigend oder doch eher das Gegenteil davon sei, verließ den Laden und dachte eine Weile nicht mehr an seine Worte.
Wochen später, nämlich am letzten Samstag, fiel mir diese kleine Episode allerdings wieder ein. Ich begleitete Oli, Hendrikje, Dennis und Robert zu "The Kooks". Zusätzlich war Christian dabei und hatte, man ist ja geneigt zu sagen, wie immer, zwei Begleiterinnen im Schlepptau, die, auch wie immer, aussahen wie... eben wie immer... und ich deswegen gar nicht genau sagen kann, ob ich sie schon einmal gesehen hatte. Im Zweifel wohl aber eher nicht. Die Runde war erwartungsgemäß sehr angenehm, was mich wohl vor einer heftigen Depression bewahrte. Denn mit Betreten des Saales war klar, dass der Abend nichts mit Wohlfühlwohnzimmerkonzert zu tun haben würde, wie zum Beispiel bei Thees Uhlmann an meinem Geburtstag, der Fall war. Wenn eine schreckliche deutsche Vorband mit deutschen Texten Menschen zum tanzen bringt und aufgeregte Mädchen anfangen zu quietschen, weil ein Roadie ein Mikrofon einstellt, dann treibt mir die fiese Fratze der Kommerzmusik die Angst in die Knochen. Die Lichtshow war teurer als die komplette PA im Astra. ("Dennis bemerkte richtig, dass sie die wohl von Coldplay geklaut haben!") Die Interaktion mit dem Publikum war auf das Nötigste reduziert, was zum einen mit schlechten Erfahrungen in anderen deutschen Städten zu tun haben könnte, aber mit Sicherheit auch dem unverständlichen Genuschel Mr. Pritchard’s geschuldet ist. Das Set wurde ohne große Fehler, aber auch ohne große Emotionen abgespult. Es gab keine Lacher, keine Besonderheiten und auch sonst nichts, was dieses Konzert auf Ewig in das kollektive Gedächtnis unserer Konzertgängerclique einbrennen wird. Als gegen Ende des Konzertes das aufgebrachte Heer von Charthören auf noch anfing „ZUGABE“ zu skandieren, fielen mir die Worte aus der Koka ein.

Die Kooks haben schon lange das jenseitige Ufer des stetig fließenden Grenzstroms zwischen Kunst und Kommerz erreicht. Wer will es ihnen verdenken. Ich bin immer hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, dass viele kleine, gute Bands endlich den Durchbruch schaffen und der Angst davor, diese Bands mit Radio-Energy-Hörern teilen zu müssen. Und wenn ich es recht bedenke, will ich lieber Künstler die sich ihre Ohren abschneiden als Major Lable Konzerte.

 

 

 

 

 

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Sun, 06 Nov 2011 13:44:00 -0800 Allein allein... http://dunstkreis-berlin.posterous.com/allein-allein http://dunstkreis-berlin.posterous.com/allein-allein

Sie (!) war nicht da. Klar ist es wichtig, dass man auch Freiräume lässt. Natürlich. Logisch. Man hat es ja mit Menschen zu tun. Und wer Freigang hat, neigt wohl statistisch auch seltener zum Ausbrechen. Sicherlich. Klar. Und es ist total schön und wichtig, dass Sie(!) Hobbies und eigene Freunde hat. Auf jeden Fall. Super ist das. Toll. Es ist ja auch mal schön alleine zu Hause zu sein. Stimmt. Ist echt gut und auch mal wirklich schön. Echt.

Ach Blödsinn. Sie war nicht da und ich hatte komische Laune. Ein ganzes Wochenende lang. Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass ich Sie(!) heiraten sollte, er ist erbracht. Obwohl ich beim besten Willen nicht sagen kann, dass es kein schönes Wochenende war. Eigentlich war es richtig gut. Aber wenn vier Leute sagen, dass ich eigenartige Laune habe, dann merkt man wohl doch, dass etwas nicht stimmt. Ich merke, dass Sie(!) fehlt. Ob man auch merkt, dass Sie(!) inzwischen wieder das ist?

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Wed, 19 Oct 2011 05:59:18 -0700 Willkommen Zuhause http://dunstkreis-berlin.posterous.com/willkommen-zuhause http://dunstkreis-berlin.posterous.com/willkommen-zuhause

Die Schweizer haben für viele Dinge die schöneren deutschen Begriffe. Was bei uns Müll oder Dreck ist, ist bei Schweizern Kehricht, ein Böögg ist ein Popel und wenn der doofe Deutsche in seiner umständlichen Art von einer eheähnlichen Gemeinschaft spricht, sagt der Schweizer Konkubinat dazu. Ein tolles Wort. Und wie komme ich darauf? Richtig – ich habe eine Konkubine. Zwar steht dieses Wort in unseren Breiten eher für eine Geliebte, aber völlig falsch ist es ja nicht. Sie(!) hat sich nämlich unser Zusammenleben beurkunden lassen und ist seit dem heutigen Tag um 8:05 Uhr in eine neue Ebene aufgestiegen. Sie(!) gehört nun dem erlesenen Kreis der Friedrichshainer an und stellt dabei gleich mal eine Besonderheit dar, weil Sie(!) der winzigen Gruppe hier lebender Menschen angehört, die gleichzeitig gebürtige Berliner sind. Ich freu mich wie Bolle. Darüber, dass Sie(!) sich endlich nicht mehr in der Küche verstecken muss, wenn es überraschend an der Tür klingelt, dass Sie(!) nun endlich mit meinem Auto fahren darf, darüber, dass es sicher nur noch wenige Monate dauert, bis der Hausmeister auch ihren Namen ans Klingelbrett geklebt hat und auf jeden neuen Tag mit ihr(!). Also, geliebte Konkubine - ig liäbe di.

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Tue, 18 Oct 2011 08:25:58 -0700 Lesen!!! http://dunstkreis-berlin.posterous.com/lesen http://dunstkreis-berlin.posterous.com/lesen http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,792402,00.html

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Thu, 06 Oct 2011 22:49:25 -0700 Aus aktuellem Anlass... http://dunstkreis-berlin.posterous.com/aus-aktuellem-anlass http://dunstkreis-berlin.posterous.com/aus-aktuellem-anlass
P10307621

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Tue, 04 Oct 2011 13:40:21 -0700 Ab in die Pilze http://dunstkreis-berlin.posterous.com/ab-in-die-pilze http://dunstkreis-berlin.posterous.com/ab-in-die-pilze

Der zusätzliche freie Tag wurde natürlich im Schwerpunkt mit Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung verbracht. Wir beschränkten uns jedoch auf die innere Freude und beschlossen stattdessen, eine ganz besondere Form von Diät zu versuchen – jeder isst was er selbst findet. Wir fuhren in die Pilze. Ich störe mich an dieser Formulierung, seit ich sie zum ersten Mal hörte. Damals dachte nämlich, dass die Fahrt in die Pilze langweiliges durch den Wald latschen überflüssig macht, weil man aus dem Auto heraus agieren würde. Der Vorfreude auf den Anblick meiner Oma, die aus dem, durch den Wald fahrenden, Auto heraus, Pilze schneidet, folgte dann die bittere Enttäuschung, von der ich mich bis heute wohl nicht ganz erholt habe. Wir fuhren, den Bezug zum Tag der deutschen Einheit immer im Hinterkopf, in die Nähe der Wandlitzer Waldsiedlung in einen Wald zwischen der B273 und den Liepnitzsee. Was nun folgte war eine Lehrstunde in Sachen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Zwar war ausgerechnet ich der Vertreter der männlichen Seite, wohingegen Sie(!), ihre und meine Mutter die Anschauungsobjekte der weiblichen Vertreter waren, allerdings lassen sich auch aus dieser nicht gerade repräsentativen Grundgesamtheit einige Rückschlüsse ziehen. Zum einen scheint Menschen, ein geschlechterunabhängiger Drang inne zu ruhen, sich mit anderen zu messen. Wir waren zu viert, hatten jeweils einen Korb und ein Messer und damit eine vergleichbare Ausgangssituation – also galt es den besten Pilzsammler zu ermitteln. Der aufgeklärt Bildungsbürger in uns sorgt aber dafür, dass wir den Wettkampf nicht öffentlich propagieren: „Ach Quatsch, ich mach doch kein Wettsammeln hier. Nee!“. Aber dennoch wird unaufhörlich verglichen, sich im eigenen Erfolgt gesonnt oder Selbstmitleidtiraden angestimmt. Natürlich werden die drei Vertreter des anderen Geschlechts abstreiten, je einen Gedanken an Wettkampf vergeudet zu haben. Und genau da sind wir auch schon bei den Unterschieden. Ich für meinen Teil erkläre mir mein Abschneiden damit, dass wir in unserer ehemaligen Funktion als Jäger und Sammler die unterschiedlichen Aufgaben den unterschiedlichen Geschlechtern zuordneten. Männer kümmerten sich um bewegliche Ziele und Frauen sammelten Unbewegliches einfach ein. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich bereits von weiten Wildschweinspuren erkennen konnte, aber auf dem gesamten Rückweg keinen einzigen Pilz fand. Ohne Probleme erkannte ich einen hüpfenden Grasfrosch, als er sich jedoch nicht mehr bewegte, sah ihn nur noch meine Mutter. Ich will mich ja nicht auf dieser, wissenschaftlich sicher leicht belegbaren Erklärung ausruhen, aber Fakt ist, dass die Eimer meiner Begleiterinnen immer voller wurden, wohingegen mein Eimer nur durch die Pilze gefüllt war, die ich zu Beginn des Ausflugs in den Wald gefunden hatte. (Komisch war dabei, dass sie nicht besonders schön waren und auch nicht mehr abgeschnitten werden mussten. Den Gedanken, dass es sich hierbei um die entsorgte Ausbeute eines wesentlich erfolgreicheren Sammlers, wahrscheinlich einer Sammlerin, handelte, hatte ich allerdings bisher noch nicht, aber das kann ja noch kommen.)

Ich machte mir also meine Gedanken und stellte fest, dass Frauen anatomisch einfach besser für das Sammeln von Pilzen ausgestattet sind. Der Waldboden ist aus einer Augenhöhe von etwa 170 cm eben schlechter abzusuchen als aus etwa 150 cm (im Durchschnitt).  Darüber hinaus stellte ich an dieser Stelle bereits mehrfach fest, dass meine Sehkraft altersbedingt abnimmt. Gestern zum Beispiel konnte ich überhaupt nur noch dank meiner weißen, aus dem Nebel-des-nicht-sichtbaren aufblitzenden Schuhe feststellen, wo der Boden war. Wenn ich dann doch einmal einen Pilz fand, musste ich gut abwägen, ob die Größe des, vermutlich essbaren, Pilzes rechtfertigen würde, dass ich zwar wieselflink abtauche, dann allerdings sehr wahrscheinlich Gefahr laufe, wie eine Maikäfer auf dem Rücken zu liegen und bei Ausbleiben fremder Hilfe, jämmerlich zu Grunde gehen. Doch meist dauerte das Überlegen und Auswerten der Bilder in meinem Kopf dann so lange, dass eine der Damen, bedingt durch die kürze Distanz zum Boden, den Pilz bereits vor mir kappte und ich erneut ohne Beute, aber dafür mit Kopfkino, allein im Wald blieb. Nicht unerwähnt möchte ich die weibliche Taktik des „versteckten Messers“ lassen. Diese besagt, dass sich die Pilze, aufgeschreckt durch das von mir offen betragene Messer, verstecken würden und deswegen die Klinge verborgen geführt werden müsse. Ich möchte gar nicht ausführen, wie viel ein verstecktes Messer über Grundzüge des weiblichen Charakter aussagt, sondern zu bedenken geben, dass diese Fluchtfähigkeit Pilze aus der Kategorie statische Ziele (=Sammlerware) zum beweglichen Ziel (=Jägertrophäe) machen würde. Weil ich nun aber nachweislich kaum einen Pilz gefunden oder, in diesem Fall ja dann, gefangen habe, kann man den weiblichen Erklärungsversuch wohl als Ammenmärchen abtun. Außerdem soll nicht unangesprochen bleiben, dass wir im Großen und Ganzen ohne die ganz schlechten Witze ausgekommen sind. Der Fußpilzwitz kam gar nicht und das Wortspiel mit dem Dosenpil(z)(s) musste nur einmal, dann allerdings in Notwehr, bemüht werden.

Allen Lesern möchte ich noch auf den Weg geben, dass es sich lohnt ein Pilzerkennungsbuch mit sich zu führen. Die Ausbeute wird dadurch wesentlich größer. Zumal man beim Pilzsammeln eine Analogie zum Feuerholzsammeln aufstellen kann, welche besagt: „Wenn du denkst, es ist genug, sammle noch einmal genauso viel.“ Wir konnten am Ende von den gefundenen Pilzen vier Personen ernähren, es musste nur noch vorab eine Kürbissuppe gelöffelt sowie etwas Ciabatta, ein bisschen Speck und jede menge Champignons dazugegeben werden. Das schönste am Essen selbstgesammelter Pilze ist allerdings das Kugelfischphänomen. Denn ganz sicher, dass man sich nicht vergiftet, ist man sich nie. Nicht mal an so einem feierlichen Tag wie gestern.

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Fri, 30 Sep 2011 06:32:00 -0700 Die Hochzeits- geschichte http://dunstkreis-berlin.posterous.com/die-hochzeitsgeschichte http://dunstkreis-berlin.posterous.com/die-hochzeitsgeschichte

Die legendärsten Geschichten beginnen meist mit der Darstellung eines menschlichen Beziehungskonstruktes, welches zum einen die Aufgabe hat die folgende Erzählung glaubhafter erscheinen zulassen und zum Anderen den Bekanntenkreis vorzustellen, um vielleicht dadurch mit Vernetztheit zu imponieren. Bei einigen Menschen führt das allerdings dazu, dass man diese Einleitung auch als Signal versteht, die nachfolgende Sendung einfach ohne weitere Fragen und geheucheltes Interesse über sich ergehen zu lassen. Ein Indikator für diese Art von Signalen sind meist seltene, mitunter sogar fiktive, mit Sicherheit aber immer nicht direkte Verwandtschaftsverhältnisse. Beispiele hierfür sind der gern genommene Großcousin oder aber der Bruder des Schwagers. Sobald Kollegen oder Freunde von direkten oder indirekten Familienangehörigen ins Spiel kommen, sollten alle Alarmglocken läuten und die Glaubwürdigkeit nicht nur infrage gestellt, sondern am besten komplett abgestritten werden. Manche Geschichten sind jedoch so schön und erzählenswert, dass der Leser sich von der folgenden Einleitung nicht abschrecken lassen sollte.

 

Die Freundin der Schwester einer Kollegin, gleichzeitig Freundin von uns(!) und Ehefrau eines Kollegen, ebenfalls gleichzeitig ein Freund von uns(!) arbeitet in London als Polizisten. (Anm. d. Autoren: Ich denke, diese Darstellung rechtfertigt die Präambel.) Besagte Kollegen und gleichzeitig Freunde erzählten mir über ihren Aufenthalt in London und berichteten von einer Party bei einem Polizisten und Kollegen der Freundin und Schwester. Auf dieser Party erfuhren Sie vom Gastgeber, seines Zeichens ja nicht nur Polizist, sondern auch Kollege der Freundin der Schwester meiner Kollegen und gleichzeitig Freunde, dass ein Freund vom ihm heiraten wollte und dazu lange im Voraus einen Festsaal mietete. Wenige Wochen vor dem avisierten Eheschließungstermin rief der Betreiber des Festsaales bei ihm an um höflich anzufragen, unter welchen Bedingungen der zukünftige Ehemann bereit wäre, auf den vereinbarten Termin zu verzichten, diesen zu verschieben oder gänzlich vom Vorvertrag zurückzutreten. Die Antwort ist leicht zu erraten und muss nicht übersetzt werden: „No way!“ Als der Vermieter, er muss mit der Antwort gerechnet haben, dann den Hintergrund seiner Anfrage schilderte, wurde dem Helden der Erzählung offenbar, dass dieser Anruf nicht nur sein Leben verändern würde, sondern dieser Geschichte eine Wendung verleiht, die sie auch für Menschen auf der anderen Seite des Kanals und vielleicht auch auf anderen Kontinenten der Welt erzählenswert macht. Ihm wurde mitgeteilt, dass ein gewisser David Robert Joseph Beckham (OBE) plane, im vorgenannten Festsaal den zehnten Geburtstag eines seiner Kinder zu feiern. Weiterhin stellte er die in diesem Zusammenhang etwas ungewöhnliche Frage nach der Höhe der Hypothek des Hauses, in dem er mit seiner Ehefrau in spe lebe. Der Baldbräutigam nahm die Information zur Kenntnis, gab die Höhe der Hypothek wahrheitsgemäß mit 250.000 £ an, bekam weiche Knie und erfuhr, dass er in Kürze zurückgerufen werde. Wenig später hatte er den Veranstalter erneut am Telefon, um zu erfahren, dass Familie Beckham gern bereit wäre die Hypothek seines Hauses für ihn zu zahlen und außerdem dem jungen Familienglück mit weiteren 15.000 £ unter die dünnen, englischen Mittelstandsarme greifen will, wenn als Gegenleistung die Hochzeit verlegt oder verschoben wird.

 

An dieser Stelle endet die Geschichte allerdings auch schon. Meinem erzieherischen Anspruch werde ich dadurch gerecht, dass ich die Leser ohne Ende zurücklasse und jedem die Gelegenheit biete, sich selbst in die, für manche völlig ungewöhnliche, Lage eines Mannes im Hochzeitsstress zu versetzen. Was bleibt sind Fragen über Fragen:

 

·     Warum hab ich nicht das größere Haus gekauft, wenn der blöde Beckham es ohnehin zahlt?

·     Warum habe ich den Fehler gemacht und die Wahrheit über die Hypothek erzählt, wenn der Typ gleich noch einmal 15.000 Eier drauflegt?

·     Warum feiern die Beckhams die Geburtstage ihrer Kinder nicht in Deutschland?

·     Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Uwe Ochsenknecht bei uns anruft, um seiner verzogenen Brut einen standesgemäßen 20. Geburtstag zu verschaffen?

·     Entspricht die Resttilgungssumme in Deutschland der Hypothek in England?

·     Sollten wir uns den Betrag in Euro auszahlen lassen oder besser gleich in Gold?

·     Stimmt es, dass wir alle käuflich sind und unser Leben ein Tante-Emma-Laden, in dem David Beckham kaufen kann, was er will?

 

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Geschichte so unglaublich klingt, dass sie wahr sein muss. Vielleicht erzählt man sich in einem Jahr auch die Geschichte eines Ehemannes der Freundin einer Freundin eines Kollegen, der seine Hochzeitslokation in seiner Stadt an einen Spieler von Union Berlin abgetreten hat, für eine Dauerkarte im Gästeblock und eine Tafel Schokolade.

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Tue, 20 Sep 2011 08:01:00 -0700 Seensucht http://dunstkreis-berlin.posterous.com/seensucht http://dunstkreis-berlin.posterous.com/seensucht
"Glücksatlas Deutschland 2011" heißt die Studie die herausgefunden haben will, dass die Bewohner der Nordseeregion am glücklichsten sind. Am unzufriedensten sind die Thüringer, Brandburger und Mecklenburger. Gemäß der Studie spricht viel dafür, dass das Einkommen eine wichtig Rolle spielt, aber nicht weniger wichtig ist die Tatsache, dass die Leute im Norden entspannter sind. Als Großstadtkind kann ich nur bestätigen, dass unsere Ausflüge in das eher ländliche Bremen regelmäßig für maximale Entspanntheit sorgen. Wieviel dafür der Anwesenheit Stolli's zuzuschreiben ist, kann ich nicht genau bemessen, aber es wird ein wesentlicher Teil sein. Die Nähe zum Wasser hat aber auch auf mich zusätzlich eine beruhigende Wirkung.
Es ist ziemlich komisch, aber immer wenn ich mein geliebtes Berlin in Richtung Süden verlasse, fahre ich emotional eher in eine dunkle Welt. Geht es aber in Richtung Norden, scheint die Sonne heller, rieche ich das Meer und genieße die Freiheit der weiten, platten Welt. Und das geht sogar schon los, wenn wir über Hannover fahren. Ich habe nichts gegen Berge oder den Schwarzwald. Das sind schöne Ecken der Welt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich es aushalten würde, alleine einen ganzen Tag an einem See bei Baden-Baden zu hocken. Mir würde es trotz Sonnenschein und schöner Landschaft nicht gut gehen. Würde ich jedoch bei Sturm und Regen an der Ostsee oder Nordsee hocken, könnte ich Wochenland am Strand sitzen und die Wellen anstaren. Ich würde meine Lieben zwar vermissen, aber ich hätte nicht diese Leere in mir. Aus irgendeinem Grund macht mich die weite See zufriedener. Vielleicht ist es diese Nähe zur Ferne. Ich meine auf ein Meer zu gucken und zu träumen kann das Fernweh ja auch befriedigen. Aus dem selben Grund sitzen die Kids in Brandenburg ja immer an den Bushaltestellen. Man will ja nicht mal weg, aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man es könnte.
Bei aller Liebe zur See und aller Sehnsucht - oder besser Seensucht - nach der Ostsee im Speziellen, muss ich jedoch festhalten, dass mich dieses stinkende Loch mit dem großen Turm in der Mitte immer noch am meisten anzieht. Und vom Gefühl her sind wir ja auch schon fast eine Küstenstadt. Wir haben ja neuerdings sogar Piraten. Und mehr Tierschützer als Freidemokraten.

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Fri, 16 Sep 2011 01:21:00 -0700 Before and after in The Independent. Terrible stuff. http://dunstkreis-berlin.posterous.com/before-and-after-in-the-independent-terrible http://dunstkreis-berlin.posterous.com/before-and-after-in-the-independent-terrible

Before and after in The Independent. From the website of the British newspaper overnight:

The early version

A later version

And the story explaining both versions:

The next meeting of European heads of state should be an interesting affair!

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Mon, 29 Aug 2011 01:30:41 -0700 Wort zum Sonntag (am Montag)! http://dunstkreis-berlin.posterous.com/wort-zum-sonntag-am-montag http://dunstkreis-berlin.posterous.com/wort-zum-sonntag-am-montag Wichtig ist nicht die Antwort auf die Frage, ob die Karriere ein Dauerlauf oder ein Sprint ist. Wichtig ist die Erkenntnis, dass das Leben ein Zehnkampf ist.

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Tue, 02 Aug 2011 12:46:39 -0700 Aus dem Leben eines Rockstars http://dunstkreis-berlin.posterous.com/aus-dem-leben-eines-rockstars http://dunstkreis-berlin.posterous.com/aus-dem-leben-eines-rockstars

Mein Kopf knallt rhythmisch gegen das große Fenster. Meine Augen blicken müde hinaus auf die regennassen Straßen der Welt. Pelle frönt, sich laut artikulierend, eines Playstationspiels. Stolli klampft im hinteren Teil des Busses, auf der Suche nach unserer nächsten Nummer 1. Er ist eben der Kap’tän. Irgendwie erinnert er mich in seiner Versunkenheit schon sehr an Gary Barlow. Sascha liest irgendeinen Scheiß. Auf der Bühne ein Hitzkopf, ist er im Bus ein ruhender Pol. Ich erinnere mich an unseren Auftritt in einer Stadt deren Namen ich vergessen habe. Sascha schlug, Kraft seiner Mischung aus Größenwahn und Selbstverliebtheit mit seinen binomischen Arm auf zwei 8 m große Türsteher ein, die uns als Boygroup bezeichneten. Wenn ich es genau betrachte muss es ein Traum gewesen sein.

Ich denke darüber nach, was ich tun würde, wäre ich jetzt nicht hier, täte ich nicht das was ich jetzt tue. Sicher würde ich mehrmals am Tag Dinge sagen wie: „Hat doch allet keen Sinn mehr. Wär’ ick bloß Rockstar jeworden.“ Doch ich bin jetzt Rockstar. Die Fahrt ist lang aber endlich. Eine neue Stadt, eine neue Halle, neue Groupies und alte Witze. Während zufällig jeder in der Band außer mir ein quer gestreiftes Oberteil trägt, schlurfe ich in meinem grauen Lieblingspullover aus dem Bus in die Halle. Noch bevor ich den Gedanken bezüglich dieser Zufälligkeit zu Ende gedacht habe, höre ich Pelle sagen: „Juhu. Ähh Jungs - gestreift fickt heut.“ Gelächter vom Rest, betretenes Schweigen von mir. Wir treffen auf unseren Tourmanager Malle. Er steht an einem Imbisstisch in der Halle hinter einer Flasche Alt Oettinger. Als wir ihm näher kommen hören wir ihn sagen: „Ihr müsste euch mehr bewegen Männer.“ Diesmal feiern alle, außer Malle. Er versteht nicht warum wir lachen und erklärt uns, dass die Nachwuchsreporterin einer Lokalzeitung auf ein Interview mit uns wartet.

Wir betreten einen Raum voll gestellt mit Wäscheständern. An den Wänden stehen Schränke. Sie sind staubig und bieten Platz für merkwürdige Bücher. Wohl das ausgegliederte Stadtarchiv für die Jahre 1983-1985. Dabei ist in dieser Zeit in den meisten Städten auf der Welt gar nichts passiert was es zu archivieren lohnt. Auf dem einzigen Tisch in diesem Raum stehen eine Tastatur, ein Bildschirm ohne dazugehörigen Computer und kurz nach unserem Eintreffen auch leere Pizzaschachteln und Gläser mit unserem so typischen Rum-Cola-Gemisch. Die junge Frau sagt uns, dass sie sich sehr auf uns gefreut hat und sich auch extra deshalb etwas Besonderes angezogen hat. Wir können jedoch nichts Besonderes erkennen. Aber das kann ja noch kommen. Das Gespräch verliert ziemlich schnell den, von der Redaktion ihrer Zeitung und von unserem Management, gewünschten, roten Faden. Nicht wir oder unsere Tour stehen im Mittelpunkt, Zwischenmenschliches gilt es zu diskutieren. Wer fragt führt, sagt man. Wir führen. Ich sitze in einer Ecke und wundere mich über die Häufigkeit der Wortes ficken. Anfangs entschuldigt sich Sascha für die Benutzung, später bemüht auch sie sich nicht mehr um Synonyme. Wir lachen viel. Entweder sie macht in bester Groupie-Manier gute Miene zum bösen Spiel, oder sie ist einfach nur blöd. Wir sind uns einig, aber nicht sicher. Das Interview endet. Verrückt. Dann Soundcheck, Auftritt, die Stadt gerockt, in den Bus, nächste Stadt, neue Groupies, alte Witze, alte Lieder… durch den Monsun…

(erste Veröffentlichung am 31.01.2006)

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