dunstkreis-berlin

  • Reisen heißt warten

    • 23 Feb 2012
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    Woran erkennt man den Status eines Geschäftsreisenden? Es muss mit der Wartezeit auf Flughäfen zusammenhängen. DAX-Vorständen fliegen im Firmenjet. Topmanager kommen gerade noch kurz vor Toreschluß. Mittleres Management kommt fast pünktlichn, was einfach ist, weil solange wild am Smartphone organisier und getrietzt wird, bis die Umbuchung doch gelingt. Das untere Management hat es am schwersten. Es kommt etwas zu früh und muss die verbleibene Zeit mit arbeiten verbringen. Und ich? Ich sitze heute vier Stunden auf dem Flughafen in Stuttgart. Umbuchen ist zu teuer und arbeiten muss ich nicht. Am Rande der Gesellschaft lebt es sich doch nicht schlecht...
  • Personal- karussell

    • 18 Feb 2012
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    Hier mein Vorschlag zur Rettung der Welt durch Neuorganisation der Grundfesten menschlichen Zusammenlebens. Also Otto Rehagel verzichtet darauf, den Libero wieder in die Bundesliga einzuführen und wird zum überparteilichen Wunschkandidaten auf das Amt des Bundespräsidenten. Christian Wulff beendet eine Amtszeit voller Bestechlichkeiten und Vorteilsnahmen und fördert die Wiederkehr von Vertrauen und Integrität im Amt, indem er Sepp Platter ablöst und FIFA-Präsident wird. Seppel nutzt die freie Zeit für einen Lehrgang zum Bootsführer und wird Kapitän der Costa Concordia. Michael Skibbe moderiert Wetten dass...? und Markus Lanz wird Hertha Trainer. ZACK BOOM AUS. Fall erledigt. Muss ja ohnehin nur bis Mitte Dezember halten.

  • Hörbefehl!!!

    • 2 Dec 2011
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    Was für ein Ohrwurm!
     
  • Horrormeldung

    • 28 Nov 2011
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    Inzwischen habe ich richtig Angst davor, die Nachrichten zu verfolgen. Finanzkrise, Wirtschaftskrise, drohender Bürgerkrieg in Nordafrika, Atomstreit mit dem Iran und die Nachfolge von Thomas Gottschalk lassen mich nachts kaum noch den verdienten Schlaf finden. Aber die Horrormeldung ereilte mich am Freitag als ich auf dem Heimweg war. Um euch die Gefühle die mich packten besser wiedergeben zu können, habe ich die Nachricht in mehrere Abschnitte geteilt und meine Gedanken dazu geschrieben:

     

     „[…] Berlin: Zum ersten mal in Deutschland, wurde heute ein sechs Kilogramm schweres Kind ohne Kaiserschnitt lebend geboren…“

     

     Scheiße! Sechs Kilo. Was hat denn die Geburt für Konsequenzen für die Mutter? Mir fällt gerade wieder das schöne Bild "Bifi in die Turmhalle werfen" ein.

     

     „… Die 40 jährige Mutter leidet an Diabetes und wiegt selbst über 240 Kilo…“

     

     Uargh! 40 Jahre und 240 Kilo? Wie kommt denn das Kind dann da rein. Irgendeiner muss ja auch den Wahl geklettert sein. Wer soll das den gewesen sein - Rubens höchst persönlich?

     

     „… Der kleine Djihad…“

     

     Ohne Worte!

     

     „… ist das 14 Kind der Mutter.“

     

     Ach du meine Nase. Na zum Glück kann ich annehmen, dass der „kleine“ Djihad und seine Brüder und Schwestern uns dabei helfen, den Konsum zu steigern und nachhaltig das Problem der Überproduktion in der Landwirtschaft zu lösen.

  • Separated at birth

    • 17 Nov 2011
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    Mumford and Sons (2010)
     
    Elitesoldaten
     
    Special Air Serivce - SAS (1941)
     
     
  • Samstags zu IKEA

    • 14 Nov 2011
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    Wir(!) und ihre(!) Mama waren am Samstag bei IKEA. Eigentlich gibt es ja nichts dümmeres, als an einem Samstag zu IKEA zu fahren, aber wir wollten, wie immer, nur schnell was gucken und eigentlich gar nichts kaufen außer eins, zwei Duftkerzen. Jedoch lernten wir, dass der schwedische Verkaufsgenius sich immer neue und noch perfidere Tricks einfallen lässt, um einem das Geld aus der Tasche zu ziehen und dabei auch noch ein gutes Gefühl gibt. Mit anderen Worten – ich liebe IKEA.

     

    Es hat mich eine Weile gekostet, um mich daran zu gewöhnen, dass ich hier geduzt werde. Aber sie(!) erinnerte mich daran, dass es in unserem geliebten Schweden nun mal so üblich ist und ich, als selbsternannter Südschwede, müsste das eigentlich akzeptieren können. Bei meiner Fischkoppehre gepackt, würge ich nun jedes Mal meinen Unmut über die Duzerei herunter und freue mich – Hej och vramt välkommen till IKEA. Nach einer Weile schaltete ich, wie immer, auch letzten Samstag in den IKEA-Familiy Card Modus und packte, entgegen aller Vorsätze, Dinge in unseren Wagen, die eigentlich nicht gebraucht wurden, wie zum Beispiel Sparka. 

     

    Als wir uns fast am Ende des Rundgangs befanden, zerstörte eine Durchsage unsere heile Einkaufswelt. „Der kleine Eddie, 4 Jahre, wird gesucht. Er trägt einen gestreiften Pullover und eine grüne Mütze. Seine Eltern befinden sich vorm Småland.“ Für einen kurzen Moment hörte die Welt sich auf zu drehen. Allen Menschen die auch nur einen Hauch Empathie haben, schossen die Tränen in die Augen. Es war, als zerreiße die blechende Stimme, die aus der Lautsprecheranlage krächzte, jedem Besucher vom Bettenparadies bis Elga-Regal-Lagerregal (fast ein doppeltes Palindrom) das Herz. Verstört begann ich über den Sinn und Unsinn meines Lebens zu sinnen und fragte mich, wie es sein kann, dass ich mal wieder über den Kauf eines neuen Schreibtisches nachdenke, wenn der kleine Eddie elternlos durch das endlose Labyrinth der Konsumhölle irrte. „Ich wiederhole, der kleine Eddie befindet sich vorm Småland und sucht seine Eltern. Er trägt einen gestreiften Pullover und eine Mütze in grün.“ Erste Zweifel kamen in mir auf. Wer steht denn nun vorm Småland, Eddie oder seine Eltern oder vielleicht beide? Die Menschen um mich herum schienen den ersten Schock überwunden zu haben. Tatendrang machte sich breit. Nur mit Mühe konnte ich meine beiden Begleiterinnen davon abhalten, alle Billyregal aufzubauen. Sie wollten sicherstellen, dass Eddie nicht in einer der Kisten hockte und weinend auf sein Ende wartet.

     

    Fakt war, dass die Stimmung sich wandelte. Ernsthaftigkeit machte sich breit und ich erlebte ein Zusammenwachsen, wie ich es zum letzten Mal bei der großen Oderflut empfunden hatte. Bürgerwehren wurden aufgestellt, Verdächtige verprügelt und ein Blick auf den Parkplatz verriet mir, dass erste Verkäufer begannen, die Fluchtwege vom Parkplatz mit brennenden Autos zu verbarrikadieren.

     

    Kurz bevor ein unsympathisch angezogener Mann erschossen werden sollte, krächzte es erneut aus den Lautsprechern. „Liebe Kunden. Der kleine Eddie ist wieder bei seinen Eltern und wohlauf. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.“ Was nun folgte, war mit Worten nicht zu beschreiben. Weil ich damals für eine Kunstleistungskontrolle lernte, war ich zwar selbst nicht dabei, aber so muss der 9.November 1989 gewesen sein. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen und warfen ihre Kleider ab. Statt Sekt wurden Kalle-Ersatzkaviarduschen angezettelt. Die Menschen verfielen in einen Rausch der Glückseligkeit. Etwas befremdet zog ich mich in den Bereich der Töpfe und Bestecke zurück – hier ist es immer etwas leerer als bei den Kerzen – und beobachtete, wie die Menschen voller Freunde und Glück total sinnentleert unnützes Zeug in ihre Wagen warfen. Zwar tun Menschen das oft bei IKEA, aber so schlimm wie heute war es noch nie. Schnell wurde mir klar, dass es diesen Eddie nie gegeben hatte. Zu offensichtlich waren die Anzeichen, dass alles nur eine Psychomasche war, um Menschen durch ein Wechselbad der Gefühle in einen Kaufrausch zu versetzen. Die Verwechslung der Personen vorm Småland, der Name Eddie und vor allem die grüne Mütze – wie soll das den aussehen? Das konnte nicht wahr sei.

     

    Ich packte die beiden Damen, rannte zur Selbstbedienlaserkasse, stritt kurz mir ihr(!), wer den Scanner bedient, zahlte Sparka, die Kerzen, die Teelichter, die Plastikbecher, den Tritthocker Bikväm – falls mal was ist – und die beiden Rahmen mit dem New York Bildern und verschwand zum Kuchenessen bei Opa Egon.

     

    Nie wieder werde ich zu IKEA gehen und mich einer derartigen Gehirnwäsche aussetzen. Nie wieder – bis die Duftkerzen verbraucht sind. Dann muss ich aber. Aber nur wegen der Kerzen. Und vielleicht um schnell mal was zu gucken.

     

     

  • Hektik und Krach

    • 10 Nov 2011
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    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,796993,00.html

    Verrückt! Bei H&K sollen dolose Handlungen dazu geführt haben, dass in Mexiko der Drogenkrieg tausende Opfer fordert und in Libyen mit G36s gegen die NATO-Kräfte... ups sorry... gegen einheimische Revolutionäre gekämpft wird. So läuft der Laden eben, man verkauft entweder in Staaten über Beamte die von Drogenbossen und Dispoten geschmiert werden oder am wird selbst geschmiert. Das ist nicht schön, aber in dieser Welt dürfte wohl nicht nur bei H&K so verfahren werden. Ich hoffe in anderen Ländern ist das Rechtsempfingen ähnlich wie bei uns. Denn ob Menschen nun mit einer MP5 und AK47 erschossen werden ist am Ende auch egal. Aber dem Spiegel hätte ich auch noch zugetraut, der Meldung mehr Würze zu geben. Zum Beispiel durch den Abschlusssatz "Bei der Durchsuchung stellt die Polizei außerdem noch unzählige Schusswaffen sicher."
  • The Kooks (05.11.11 Columbiahalle)

    • 7 Nov 2011
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    Als ich neulich in der Koka36 mal wieder Tickets kaufte, bemerkte der Mann hinterm Tresen zweierlei. Es müsse sich beim Bombay Bicycle Club zwangläufig um eine jener arrogant-ignoranten englischen Bands handeln, weil im Rest der Welt bereits angekommen sei, dass die Stadt inzwischen Mumbai heißt. Zweitens sei der Auftritt am 22.11. im C-Club wohl die letzte Gelegenheit sich diese Band anzusehen, denn spätestens nach einem Auftritt im der Columbia-Halle wäre auch diese gute Band an den Mainstream verloren. Ich freute mich über diese ehrliche Auskunft, überlegte kurz, ob sie in meinem Fall geschäftsschädigend oder doch eher das Gegenteil davon sei, verließ den Laden und dachte eine Weile nicht mehr an seine Worte.
    Wochen später, nämlich am letzten Samstag, fiel mir diese kleine Episode allerdings wieder ein. Ich begleitete Oli, Hendrikje, Dennis und Robert zu "The Kooks". Zusätzlich war Christian dabei und hatte, man ist ja geneigt zu sagen, wie immer, zwei Begleiterinnen im Schlepptau, die, auch wie immer, aussahen wie... eben wie immer... und ich deswegen gar nicht genau sagen kann, ob ich sie schon einmal gesehen hatte. Im Zweifel wohl aber eher nicht. Die Runde war erwartungsgemäß sehr angenehm, was mich wohl vor einer heftigen Depression bewahrte. Denn mit Betreten des Saales war klar, dass der Abend nichts mit Wohlfühlwohnzimmerkonzert zu tun haben würde, wie zum Beispiel bei Thees Uhlmann an meinem Geburtstag, der Fall war. Wenn eine schreckliche deutsche Vorband mit deutschen Texten Menschen zum tanzen bringt und aufgeregte Mädchen anfangen zu quietschen, weil ein Roadie ein Mikrofon einstellt, dann treibt mir die fiese Fratze der Kommerzmusik die Angst in die Knochen. Die Lichtshow war teurer als die komplette PA im Astra. ("Dennis bemerkte richtig, dass sie die wohl von Coldplay geklaut haben!") Die Interaktion mit dem Publikum war auf das Nötigste reduziert, was zum einen mit schlechten Erfahrungen in anderen deutschen Städten zu tun haben könnte, aber mit Sicherheit auch dem unverständlichen Genuschel Mr. Pritchard’s geschuldet ist. Das Set wurde ohne große Fehler, aber auch ohne große Emotionen abgespult. Es gab keine Lacher, keine Besonderheiten und auch sonst nichts, was dieses Konzert auf Ewig in das kollektive Gedächtnis unserer Konzertgängerclique einbrennen wird. Als gegen Ende des Konzertes das aufgebrachte Heer von Charthören auf noch anfing „ZUGABE“ zu skandieren, fielen mir die Worte aus der Koka ein.

    Die Kooks haben schon lange das jenseitige Ufer des stetig fließenden Grenzstroms zwischen Kunst und Kommerz erreicht. Wer will es ihnen verdenken. Ich bin immer hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, dass viele kleine, gute Bands endlich den Durchbruch schaffen und der Angst davor, diese Bands mit Radio-Energy-Hörern teilen zu müssen. Und wenn ich es recht bedenke, will ich lieber Künstler die sich ihre Ohren abschneiden als Major Lable Konzerte.

     

     

     

     

     

  • Allein allein...

    • 6 Nov 2011
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    Sie (!) war nicht da. Klar ist es wichtig, dass man auch Freiräume lässt. Natürlich. Logisch. Man hat es ja mit Menschen zu tun. Und wer Freigang hat, neigt wohl statistisch auch seltener zum Ausbrechen. Sicherlich. Klar. Und es ist total schön und wichtig, dass Sie(!) Hobbies und eigene Freunde hat. Auf jeden Fall. Super ist das. Toll. Es ist ja auch mal schön alleine zu Hause zu sein. Stimmt. Ist echt gut und auch mal wirklich schön. Echt.

    Ach Blödsinn. Sie war nicht da und ich hatte komische Laune. Ein ganzes Wochenende lang. Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass ich Sie(!) heiraten sollte, er ist erbracht. Obwohl ich beim besten Willen nicht sagen kann, dass es kein schönes Wochenende war. Eigentlich war es richtig gut. Aber wenn vier Leute sagen, dass ich eigenartige Laune habe, dann merkt man wohl doch, dass etwas nicht stimmt. Ich merke, dass Sie(!) fehlt. Ob man auch merkt, dass Sie(!) inzwischen wieder das ist?

  • Willkommen Zuhause

    • 19 Oct 2011
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    Die Schweizer haben für viele Dinge die schöneren deutschen Begriffe. Was bei uns Müll oder Dreck ist, ist bei Schweizern Kehricht, ein Böögg ist ein Popel und wenn der doofe Deutsche in seiner umständlichen Art von einer eheähnlichen Gemeinschaft spricht, sagt der Schweizer Konkubinat dazu. Ein tolles Wort. Und wie komme ich darauf? Richtig – ich habe eine Konkubine. Zwar steht dieses Wort in unseren Breiten eher für eine Geliebte, aber völlig falsch ist es ja nicht. Sie(!) hat sich nämlich unser Zusammenleben beurkunden lassen und ist seit dem heutigen Tag um 8:05 Uhr in eine neue Ebene aufgestiegen. Sie(!) gehört nun dem erlesenen Kreis der Friedrichshainer an und stellt dabei gleich mal eine Besonderheit dar, weil Sie(!) der winzigen Gruppe hier lebender Menschen angehört, die gleichzeitig gebürtige Berliner sind. Ich freu mich wie Bolle. Darüber, dass Sie(!) sich endlich nicht mehr in der Küche verstecken muss, wenn es überraschend an der Tür klingelt, dass Sie(!) nun endlich mit meinem Auto fahren darf, darüber, dass es sicher nur noch wenige Monate dauert, bis der Hausmeister auch ihren Namen ans Klingelbrett geklebt hat und auf jeden neuen Tag mit ihr(!). Also, geliebte Konkubine - ig liäbe di.

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